Mehr als 200 Ärzte haben auf die von der Stiftung Health On the Net und AMG initiierte Umfrage geantwortet. Bei dieser Umfrage ging es um die Benutzung des Internets im Zusammenhang mit der Medizin ganz allgemein und um die Frage, ob ein Interesse an einer Anwendung für Ärzte besteht, die es ermöglicht, Patienten medizinische Webseiten zu empfehlen.
71% der Ärzte haben über das Internet geantwortet und 29% per Post. Jeder zweite Arzt, der über Internet geantwortet hat, hat seinen Patienten bereits zuvor medizinische Webseiten empfohlen. Unter den Ärzten, die per Post geantwortet haben, beträgt dieser Anteil nur 30%.
3 von 4 Ärzten, die in ihrer Praxis mit dem Internet verbunden sind, würden eine Anwendung benutzen, mit deren Hilfe sie auf qualitativ hochwertige und nach Themen geordnete Webseiten Zugriff hätten und diese ihren Patienten weiterempfehlen könnten. Von diesen Ärzten würden circa 70% ausgedruckte Dokumente mit Adressen von ausgewählten Webseiten benutzen. Diese Dokumente sind nach Themengebieten und Krankheiten geordnet und erleichtern somit die Beratung des Patienten.
Was die Art der vorgeschlagenen Webseiten betrifft, so begrüßt die Mehrzahl der Ärzte Webseiten mit allgemeinen oder spezifischen medizinischen Informationen und Webseiten von Patientenvereinigungen. Foren, Webseiten von pharmazeutischen Unternehmen oder Krankenversicherungen werden dagegen nur sehr selten empfohlen.
Die Antworten zeigen, dass Genfer Ärzte sehr häufig auf das Internet zurückgreifen. Diejenigen, die über das Internet auf die Umfrage geantwortet haben, benutzen das Internet tendenziell häufiger als die andere Gruppe. So geben vier von fünf aus dieser Gruppe an, das Internet regelmäßig zu benutzen. Ein Grund hierfür könnte sein, dass sie sich bereits an das Internet als Kommunikationsmittel gewöhnt haben und deswegen auch ein größeres Interesse daran haben, ihren Patienten auf diesem Wege vertrauenswürdige und qualitativ hochwertige Informationen zu empfehlen. Außerdem lässt sich feststellen, dass viele Ärzte ihren Patienten bereits medizinische Webseiten nahe legen, dass sie es jedoch in einem noch größeren Umfang täten, wenn sie eine geeignete Anwendung hierfür hätten.
Die meisten Ärzte ziehen eine „Internetanwendung“ einem ausgedruckten Dokument vor. Dies liegt möglicherweise daran, dass eine solche Anwendung sehr viel flexibler ist und man sie den eigenen Ansprüchen bzw. denen des Patienten anpassen kann.
Schließlich lässt sich interessanterweise feststellen, dass die Ergebnisse dieser Umfrage voll und ganz mit den Ergebnissen unserer Umfrage über die Benutzung des Internets aus dem Jahr 2005 zusammenpassen. Damals gaben 89% aller befragten Patienten an, dass sie es begrüßen würden, wenn ihr Arzt ihnen bei der Suche nach vertrauenswürdigen Informationen im Internet behilflich wäre. 71% der befragten Ärzte gaben wiederum an, dass sie es für nützlich hielten, ihren Patienten bei der Suche nach diesen Informationen zu helfen.
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird die Stiftung Health On the Net in Zusammenarbeit mit interessierten Ärzten ein Pilotprojekt auf den Weg bringen.
Die Stiftung Health On the Net setzt sich für vertrauenswürdige und qualitativ hochwertige medizinische Informationen im Internet ein. HON möchte sich bei allen Teilnehmern dieser Umfrage sowie bei der Genfer Ärztevereinigung herzlich bedanken. Ohne Ihre Hilfe, wäre diese Umfrage nicht möglich gewese.